Theodorakis, Mikis

Mikis (Michail) Theodorakis gilt als einer der bedeutensten modernen griechischen Komponisten, dessen Biografie durch die brutalen Auseinandersetzungen im zweiten Weltkrieg und die folgenreiche Geschichte seines Landes geprägt war. Theodorakis erlebte Gefangenschaft und Folter sowohl durch die italienischen Angreifer, als auch während des anschließenden griechischen Bürgerkriegs, in dem er aufseiten der linken Befreiungsfront kämpfte. Später, während der griechischen Militärdiktatur (1967 bis 1974), wurde er erneut verfolgt und war schließlich gezwungen, das Land zu verlassen.

Seine musikalische Ausbildung begann Mikis Theodorakis in Athen, setzte sein Studium in Paris fort, wo er zunächst klassische Musik komponierte. 1960 kehrte er nach Griechenland zurück und änderte seine Musikrichtung, indem er sich dem zeitgenössischen griechischen Musikstil anpasste. Durch seine einfachen emotionalen Volkslieder, die in der griechischen Tradition wurzeln, brachte er außerdem die großen Dichter seines Landes zum Klingen. Durch seinen Film „Alexis Zorbas“ wurde er dann 1964 weltberühmt: Seine Filmmusik Sirtaki gilt heute im Ausland als DAS „griechische Lied“ schlechthin. Insgesamt hat er über eintausend Lieder geschrieben, oft handeln die Texte zu seinen Liedern von der Freiheit.

Parallel dazu war er auch Politiker, so war er in 4 Wahlperioden Abgeordneter des Griechischen Parlaments. Zeit seines Lebens bemühte sich Theodorakis um einen Dialog zwischen konfliktreichen Fronten, z.B. zwischen Israel und Palestina, Griechenland und der Türkei und wurde 1983 mit dem Lenin-Friedenspreis ausgezeichnet.

2009 wurde er in der Fernsehserie „Große Griechen“ als 11t wichtigster Grieche aller Zeiten gewählt. Mikis Theodorakis gilt als eine der großen Symbolfiguren für Demokratie und Menschlichkeit in unserer Zeit. Sein Leben ist das eines tatkräftig und unbeugsam handelnden Komponisten, Dichters, Widerstandskämpfers und Politikers.