Koutoulas, Asterios

Er wurde 1960 in Rumänien als Sohn griechischer Emigranten geboren, die 1968 in die DDR umzogen. Er besuchte in Dresden die Kreuzschule (1976-79) und studierte von 1979 bis 1984 Germanistik und Geschichte der Philosophie an der Universität Leipzig. Er übersetzte (als Asteris Kutulas) und zumeist in Zusammenarbeit mit Ina Kutulas seit 1981 zahlreiche Werke bedeutender griechischer Autoren ins Deutsche, so zum Beispiel Lyrik, Essays und Prosa von Odysseas Elytis, Nikos Engonopoulos, Dionissis Karatzas, Konstantin Kavafis, Jannis Ritsos und Giorgos Seferis und aber auch die Autobiographie und Schriften zu Musik von Mikis Theodorakis. Bei den meisten der über 40 eigenständigen Buchausgaben war er zumeist auch Herausgeber und Nachwortautor. Außerdem veröffentlichte Koutoulas eine Reihe von eigenen Texten, Interviews und Übersetzungen von Werken anderer Autoren in verschiedenen deutschen und griechischen Literaturzeitschriften und Zeitungen (Freibeuter, Akzente, Sinn und Form, Lettre International, neue deutsche literatur, FAZ, Märkische Oderzeitung, Frankfurter Rundschau, taz, Chronika, Vima, Eleftherotypia usw.). Koutoulas verband mit Jannis Ritsos bis zu dessen Tod 1990 eine tiefe Freundschaft.

Koutoulas gab von 1987 bis 1989 in der DDR die Publikationsreihe Bizarre Städte heraus, an der sich viele Autoren, Maler und Musiker beteiligten, sowie von 1990 bis 1991 die Zeitschrift Sondeur. Bei diesen Publikationen arbeitete er mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen und verlegte deren Texte bzw. bildkünstlerischen Arbeiten, wie die von Peter Böthig, Volker Braun, Heinz Czechowski, Adolf Endler, Jan Faktor, Claudia Gehrke, Annett Gröschner, Durs Grünbein, Matthias Baader Holst, Horst Hussel, Johannes Jansen, Frank Lanzendörfer, Steffen Mensching, Bert Papenfuß-Gorek, A. R. Penck, Kathrin Schmidt, Peter Wawerzinek, Trak Wendisch u. a. Koutoulas wohnte zwischen 1992 bis 1996 abwechselnd in Athen und in Eggersdorf (bei Berlin) und lebt seit 1997 im Prenzlauer Berg (Berlin). Seit 1980 arbeitet er mit Theodorakis zusammen, für den er über zwanzig CDs produzierte und an die 100 Konzerte weltweit organisierte (u. a. in Kanada, Chile, Russland, Israel, Südafrika, Türkei, Australien und in fast allen europäischen Ländern). Seit Ende der 1980er Jahre Mitarbeit an der offiziellen Theodorakis-Homepage (von Guy Wagner), für die er eine Vielzahl von Beiträgen verfasste.

1998 veröffentlichte Koutoulas in Griechenland das Theodorakis-Werkverzeichnis, das als Standardwerk der Theodorakis-Forschung gilt. Seit Beginn der 1990er Jahre ist er als Musik- und Eventproduzent tätig. Als Geschäftsführer seiner Firma Asti Music organisierte er nicht nur zahlreiche Produktionen griechischer Künstler (Demis Roussos, Maria Farantouri, Dimitra Galani, Elli Paspala, Alkistis Protopsalti, George Dalaras etc.) in Europa, sondern vermittelte oder begleitete auch Konzerte von internationalen Stars wie Mercedes Sosa, Zülfü Livaneli, Sting, Thomas Anders, Milva, Kelly Family etc.

Zwischen 1999 und 2010 arbeitete Koutoulas weltweit als Manager und Produzent des Regisseurs und Licht-Architekten Gert Hof und produzierte in dieser Zeit über 40 Mega-Events auf der ganzen Welt, u. a. die Millennium-Events 2000 an der Siegessäule in Berlin und auf der Akropolis in Athen sowie die Millennium-Events „1000 Jahre Ungarn“ in Budapest und für die chinesische Regierung in Peking, weiterhin 2004 für die Europäische Union das „Welcome Europe Event“ auf Malta, den „City Day“ 2003 für die Stadt Moskau auf dem Roten Platz, 2003 für Donald Trump den „Lights of Freedom Event“ in Atlantic City, 2005 den „Light from the Arab World“ Event für den Sultan von Oman, 2009 die Eröffnung zur Europäischen Kulturhauptstadt in Vilnius, 2010 die Abschlussveranstaltung des Israel Festival in Jerusalem usw. Bei all diesen Events führte Gert Hof Regie und hatte die künstlerische Gesamtleitung inne. Als Produzent arbeitete Koutoulas auch mit den jeweiligen Komponisten der Musik für diese Events zusammen, wie z. B. mit Mike Oldfield, Roger Waters, den Scorpions, Klaus Schulze, Perikles Koukos, Ruslana, Westbam u. a. sowie mit den an den Events beteiligten Musikern, wie Gabi Delgado-López, Buena Vista Social Club u. a. Von 2011 bis 2014 war er Executive Producer der Apassionata-Show. Koutoulas wirkte des Weiteren seit Anfang der 1980er Jahre als Autor, Produzent und Regisseur bei diversen Musik- und Dokumentarfilm-Produktionen sowie als Dramaturg bei Theater- und Showinszenierungen. Im April 2014 beendete er die Arbeit an dem Film "Recycling Medea", der bereits 2013 in einer ersten - unfertigen - Fassung in die griechischen Kinos kam. Er ist seit 1985 mit der Autorin Ina Kutulas verheiratet und hat einen Sohn.